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EMV für LED-Anzeigen an Flughäfen


         

     

Ein Anwenderbericht von Rainer Beerhalter, R&D Direktor der S[quadrat] GmbH

Safety first – So lautet der oberste Grundsatz des Design- und Rollout-Prozesses sämtlicher Produkte, die der Luftfahrt angehören. Flughafenbetreiber halten sich an strenge Richtlinien, um die Sicherheitsmaßnahmen an ihren Flughäfen durchzusetzen. Und wir alle profitieren davon: Fliegen ist die sicherste Art des Reisens. Geht man davon aus, dass ein Passagier 24 Stunden am Tag fliegt, so hat die IATA berechnet, dass es 6.500 Jahre dauern würde, um an einem Flugunfall zu sterben.

EMV an Flughäfen ist Teil der Sicherheitsstrategie eines Flughafens. Wenn alle Systeme am Flughafen die gesetzlichen und regionalen Richtlinien zur Minimierung von Emissionen befolgen und konsequent gegen Funkfrequenzemissionen vorgehen, wird eine Minimierung der Störungen erreicht. Störung klingt leicht, aber ein System, das sich nicht an die EMV-Richtlinien hält, kann dadurch ein anderes System von seiner bestimmungsgemäßen Funktion abgehalten werden. Stellt man sich vor, das andere System sei das ILS (Instrumentenlandesystem), erhöht sich das Risiko eines Flugzeugabsturzes, was nicht tolerierbar ist.

LED-Displays wird nachgesagt, dass sie der Ursprung für EMV-bedingte Emissionen sind. Schließlich werden Millionen von LEDs mit high-speed Logik ein- und ausgeschaltet, wodurch breitbandige Funkfrequenzen generiert werden. LED-Displays an Flughäfen zu nutzen ist eine Herausforderung, wenn man sich nicht das richtige Produkt entscheidet, denn der LED-Screen könnte in der Nähe von kritischer Flughafeneinrichtung, wie dem Tower, Radar oder Intercomtechnik, installiert werden.

Gemeinsam mit der NEC Display Solutions Europe GmbH hat die S[quadrat] GmbH das spezialisierte LED-Displayprodukt SI [3.9 SMD] NT V4 für Flughäfen und öffentliche Verkehrsmittel entwickelt. Es erfüllt die EMV-Anforderungen der EN55032 Class B, den europäischen Produktstandards für Multimedia-Equipment einschließlich LED-Displays. Die EMV-Messung wurde in einem EMV-Labor mit einem 40 m² Screen SI [3.9 SMD] NT V4 erfolgreich durchgeführt und zertifiziert, statt an einem nur 0,5 – 1,0 m² Muster wie bei den Mitbewerbern. Anlässlich der ISE 2018 in Amsterdam wurde das neue Produkt erstmalig präsentiert.

Auf die Größe kommt es an! Eine größere Fläche sowie mehr Equipment strahlen mehr Hochfrequenzleistung aus als eine kleine Fläche. In der Realität ist es nicht ganz so einfach, bietet aber eine gute Anfangsannahme. Besteht ein größeres System aus identischen Modulen, die nicht aneinandergekoppelt sind, strahlt jedes eigenständig ab. Weiterhin bedeutet jede Verdopplung der Fläche eine Emissionssteigerung von 3 dB. Oder deutlicher ausgedrückt: Weist ein EMV-Bericht EMV-Merkmale für ein 1 m² großes Muster auf, kann man ungefähr 15 dB für einen 32 m² großen Screen hinzurechnen. Erst dann kann man prüfen, ob dieser Screen immer noch die EMV Class B Grenzen einhält.

SI [3.9 SMD] NT V4 hat die Erwartungen erfüllt und enthält drei neue Konzepte zur Reduzierung vom EMV-Emissionen.  Das Resultat zeigt sich in der folgenden Messgrafik (30MHz-1GHz) eines 4 m² Screens (Bei der Entwicklung eines Prototyps) in einer 10 m Absorberkammer:

LED-Displays müssen die Grenzen der Norm EN55032 Class B von bis zu 6 GHz Frequenz erfüllen. SI [3.9 SMD] NT V4 ist dafür bestens ausgestattet:

 

Als Resultat dieser Messungen bietet S[quadrat]'s SI [3.9 SMD] NT V4 genug EMV-Spielraum für einen 40 m² großen LED-Screen.

 

 

(Hintergrund des Bildes auf der rechten Seite: © Pavel L Photo and Video – shutterstock)